Spannungsrisskorrosion
Spannungsrisskorrosion stellt einen Prozess fortschreitender
Rissbildung in Metallen dar, hervorgerufen durch die gleichzeitige
Einwirkung eines korrosiven Mediums und einer Zugspannung.
Konstruktive Schäden aufgrund von Spannungsrisskorrosion
treten oft plötzlich und unvorhersehbar auf, sei es wenige
Stunden nach der Belastung oder auch erst nach Monaten oder
gar Jahren voller Funktionstüchtigkeit. Häufig sind
sie selbst dann anzutreffen, wenn keinerlei offensichtliche
Anzeichen für weiteren Korrosionsbefall vorhanden sind.
Nahezu alle Legierungen sind anfällig für durch
einen bestimmten Korrosionsstoff unter bestimmten Bedingungen
hervorgerufene Spannungsrisskorrosion.
Bei der
Zugspannung, die bei der Spannungsrisskorrosion wirkt, handelt
es sich um eine statische Beanspruchung, die entweder
eine Eigenspannung oder eine Lastspannung sein kann (siehe
die nachfolgende Gegenüberstellung). Die fortschreitende
Rissbildung aufgrund von periodischer Beanspruchung
in korrosionsfördernder Umgebung wird Korrosionsermüdung
genannt. Die Grenze zwischen Spannungsrisskorrosion und Korrosionsermüdung
verläuft nicht immer eindeutig. Dennoch werden die beiden
Erscheinungen da das Umfeld, in welchem sie auftreten,
nicht dasselbe ist als voneinander unabhängige
und unterschiedliche Metallbruchvorgänge behandelt. Allerdings
können Druckeigenspannungen, wie die durch kontrolliertes
Kugelstrahlen in der Oberflächenschicht eines Werkstücks
erzeugten, dazu eingesetzt werden, beide Erscheinungen zu
verhindern oder doch wenigstens zu verzögern.
Spannungsrisskorrosion
erzeugende Spannungen |
Eigenspannung
|
Aufgebrachte
Spannung |
-Schweißen
|
-Abschrecken |
-Scherschneiden,
Stanzen, Schneiden |
-Änderungen |
-Biegen,
Falzen, Nieten |
-Thermische
Volumenausdehnung |
-Maschinelle
Bearbeitung (Drehen, Fräsen, Bohren) |
-Schwingung
|
-Härten |
-Rotation
|
-Elektro-erosive
Bearbeitung (Laser/Drahtschneiden) |
-Verbolzung
|
-Schleifen
|
-Druck
|
|
-Ruhende
Belastung |
Von vorrangiger
Bedeutung ist die Tatsache, dass die Erzeugung von Druckeigenspannung
in der Metalloberfläche mit Hilfe des Kugelstrahlverfahrens
eine wirksame Maßnahme zur Verhinderung der Spannungsrisskorrosion
darstellen kann, und zwar unabhängig vom dominanten Prozeß
der Spannungsrisskorrosionsbildung vom Werkstoff oder vom
korrosionsfördernden Umfeld. Dies wird durch das Spannungskorrosionsdreieck
veranschaulicht. Sobald einer der Schenkel des Dreiecks fehlt,
so z.B. wenn dank der Kugelstrahlbehandlung keine Zugspannung
an der Oberfläche vorhanden ist, tritt keine Spannungsrisskorrosion
auf.
Interkristalline
Korrosion
Schliffbilder
zeigen Oberflächen von kugelgestrahlten und nicht kugelgestrahlten
Edelstahlblechen vom Typ 304 (eine Stunde lang bei 650º
C sensibilisiert und auf Interkristalline Korrosion in einer
HNO3-HF
Lösung getestet, kugelgestrahlt mit Keramikstrahlmittel).
Bei Atomics
International wurde herausgefunden, daß die Interkristalline
Korrosion in austenitischem Stahl verhindert werden kann,
indem man den Stahl kugelstrahlt, bevor er sensibilisiert
wird. Dazu muß man die Oberfläche im Kugelstrahlverfahren
kaltbearbeiten, um die Oberflächenkornstruktur und die
Korngrenzen aufzulösen. Setzt man Carbide Sensibilisierungstemperaturen
aus, so werden sie eher an den zahlreichen Stellen der Kristallisationskernbildung
(z.B. Gleitebenen, Verschiebungen) innerhalb der Kornstruktur
abgelagert als vorzugsweise entlang den durchgängigen
Korngrenzen, wo sie den Korngrenzenangriff in einem korrosionsfördernden
Medium unterstützen.

LINKS kugelgestrahlt RECHTS
nicht kugelgestrahlt
MIC hat
einen technischen Bericht über die Anwendungsmöglichkeiten
veröffentlicht, den wir Ihnen auf Wunsch gern zukommen
lassen. Wenn Sie weitere Informationen wünschen, setzen
Sie sich bitte mit uns in Verbindung. |