Werkstoffermüdung
In der nachstehenden Tabelle wird die
Dauerfestigkeit der spezifischen Zugfestigkeit von Proben
mit glatter und mit gekerbter Oberfläche gegenübergestellt.
Ohne Kugelstrahlbehandlung wird die optimale Dauerfestigkeit
für maschinell bearbeitete Teile bei rund 30 HRc(700
MPa) erreicht. Bei höherer Festigkeit/Härte verringert
sich die Dauerfestigkeit des Werkstoffes aufgrund der größeren
Kerbempfindlichkeit und Versprödung. Durch die zusätzlich
durch Kugelstrahlen eingebrachte Druckeigenspannung steigt
die Dauerfestigkeit proportional zur zunehmenden Festigkeit/Härte.
So beträgt beispielsweise bei 52 HRc (1.240 MPa) die
Dauerfestigkeit des kugelgestrahlten Probestücks 144
ksi (988 MPa), also mehr als das Doppelte der nicht kugelgestrahlten
Probe mit der glatten Oberfläche.
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Vergleich
zwischen den Ermüdungsgrenzwerten kugelgestrahlter
und nicht kugelgestrahlter glatter und gekerbter
Probestücke in Abhängigkeit von der spezifischen
Zugfestigkeit des Stahls
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Bearbeitungsverfahren Auswirkungen auf
die Dauerfestigkeit
Es ist
bekannt, daß das Bearbeitungsverfahren einen bedeutenden
Einfluß auf die Dauerfestigkeit eines Bauteiles hat.
Diese Auswirkungen können nachteilig oder auch vorteilhaft
sein, wie in der folgenden Tabelle dargestellt:
NACHTEILIG |
VORTEILHAFT |
Härten |
Einsatzhärten |
Schleifen |
Hohnen |
Drehen,
Fräsen, Bohren |
Polieren |
Beschichten |
Glattwalzen |
Schweißen |
Walzen |
Elektro-erosive
und elektro-chemische Bearbeitung |
Kugelstrahlen |
Bei den
unter den nachteiligen Verfahren aufgeführten Bearbeitungsverfahren
Schleifen, Drehen, Fräsen, Bohren
und Schweißen behält das Werkstück
seine Zugspannung, die das Entstehen von Ermüdungsanrissen
fördert. Härten, Beschichten und elektro-erosive
Bearbeitung kann zu einer harten, spröden Oberfläche
führen, und durch elektro-chemische Bearbeitung können
die Oberflächenkorngrenzen geschädigt oder geschwächt
werden.
Dagegen
sind sämtliche in der Spalte Vorteilhaft
aufgeführten Verfahren geeignet, aufgrund der durch sie
erzeugten Druckspannung die Dauerfestigkeit bzw. Lebensdauer
des Werkstoffes zu verbessern. Unter diesen Verfahren ist
das Kugelstrahlen das vielseitigste, da es bei den verschiedensten
Materialien und Werkstücken eingesetzt werden kann und
die höchstmögliche Druckspannung erzeugt.
Im nachstehenden
Wöhlerdiagramm sind (Wechselbiegespannung gegenüber
der Anzahl an Zyklen bis zum Versagen) Kurven für verschiedene
Schleifarten dargestellt. Die Kurve an der Basislinie steht
für die fein geschliffene Probe und zeigt eine Biegewechselfestigkeit
von 60.000 psi. Darunter befindet sich die Kurve für
betriebsübliches Schleifen. Sie stellt die
Biegewechselfestigkeit dar, die sich aus höherer Schleifgeschwindigkeit
und/oder stärkerem Abtrag ergibt. In diesem Fall entsteht
eine hohe Oberflächenzugspannung, die Ermüdungsanrisse
begünstigt. Wie man sieht, verringert sich die Wechselbiegefestigkeit
auf 45.000 psi. Die dritte Kurve veranschaulicht die Wechselbiegefestigkeit
bei betriebsüblich geschliffenen und kugelgestrahlten
Probestücken. Es ist zu erkennen, daß die Kurve
für diese Werkstücke erheblich oberhalb der Kurve
für die fein geschliffenen Probestücke
liegt. Die Wechselbiegefestigkeit beträgt über 80.000
psi. Demnach ist die durch das Kugelstrahlen erzeugte Druckspannung
sogar der sich durch das starke Schleifen ergebenden Zugspannung
überlegen.
Man kann
diese Vorteile aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.
Zum ersten wird durch das Kugelstrahlen bei erhöhter
Spannung dieselbe Lebensdauer eines Bauteils erreicht. Zum
zweiten steigt die Lebensdauer eines Bauteils bei Aufrechterhaltung
der vorhandenen Spannung. Und zum dritten ermöglicht
das Kugelstrahlen eine größere Bandbreite an zulässigen
Herstellungsverfahren, da eine durchgängige Oberflächendruckspannung
erzeugt wird.
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Kugelstrahlen
verbessert die Lebensdauer von geschliffenen Bauteilen
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